„Endlich vorbei ?”

 

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Ob ich denn nun froh sei, dass die endlich Tour vorbei wäre. Der Mann von der Mercedes Benz Arena Berlin schaut mich neugierig an und wartet gespannt auf eine Antwort. Ich versuche, die Frage zu verinnerlichen und aufrichtig zu beantworten. Mir fällt so schnell nichts Gescheites ein. Also schnell eine Gegenfrage: „Warum sollte ich ?”

Ich möchte nicht unhöflich erscheinen und versuche hastig, die Essenz des sich auf Tour Befindens in einem Satz zu erklären. Daraus werden mehrere stakkatoartig vorgetragene Halbsätze, die mir im Nu zerbröseln.  Schnell gebe ich auf.

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Zu ausserirdisch und wirr muss mein konfuser Monolog über die Vorzüge der Parallelwelt des Tourlebens, die tägliche Anspannung vor dem Konzert, den sich über den ganzen Tag ziehende Countdown zum Konzertbeginn, die endlich gefundene musikalische Einheit mit der Live–Band und den musikalischen Gästen, die allabendliche Verausgabung an teilweise sehr eigenwilligen analogen Synthesizern, die jahrelange Vorbereitung und das grosse Geschenk eines treuen und stets aufgeschlossenen Publikums geklungen haben.

Der freundliche Mann, der mir soeben die obligatorische Mercedes–Benz–Arena–Berliner–Bären–Auftritts–Andenken–Statuette übergeben hat, schaut mich mit einer Mischung aus Mitleid und Hilflosigkeit an und ergreift die Flucht. „Bis zum nächsten Mal.” höre ich ihn noch sagen, bevor er im Backstage–Labyrinth der ehemaligen O2–World verschwindet.

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Freitag, 23:00 Uhr

Es ist kurz vor 23:00 Uhr an diesem Freitag und das Konzert ist soeben zuende gegangen, mit ihm auch die ganze Tour. Die verschiedenen Energie–Stadien vor, während und nach einer Konzertreise sind tatsächlich sehr schwer in Worte zu fassen. Daher versuche ich es an dieser Stelle gar nicht erst. Vielleicht gelingt es in ein paar Tagen oder Wochen besser.

Dann wird ein wenig Abstand helfen, das Erlebte in der Retrospektive nachträglich zu beobachten und irgendwie in die eigene Erlebniswelt einzuordnen.

Das letzte Konzert ?

Wir haben unser Bestes gegeben, Abend für Abend. Jeder von uns hat so intensiv gespielt, gesungen, gemischt und gedrückt, als wäre es das letzte Konzert.

Nachdem ich das Gefühl hatte, dass SCHILLER LIVE in der großen Arena–Version irgendwie auserzählt schien, wurde ich glücklicherweise eines Besseren belehrt. Dank Euch.

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Never Stop

Noch nie habe ich mich trotz Lampenfiebers so wohl auf der Bühne gefühlt. Umgeben von musikalischen Mitstreitern, und zwar im besten Sinne des Wortes, war es mir ein unaussprechliches Vergnügen, bis zum letzten Konzert an Details zu arbeiten, Dinge zu verfeinern, Surround–Effekte zu ersinnen und die Lichtstimmung weiterzuentwickeln. Die phantastische SCHILLER–Crew hat immer wieder Unmögliches möglich gemacht. Am Morgen um 07:00 wurden die Kisten ausgepackt, und mit etwas Glück bis 01:00 in der Nacht wieder verladen. Dann ging die Nachtfahrt weiter in die Nächste Stadt.

Was für ein Geschenk

Auch wenn ich während des Spielens immer sehr nah bei mir war und sich nur wenige Gelegenheiten für eine direkte Kontaktaufnahme zu Euch boten, so habe ich es sehr genossen, Eure Energie zu spüren und am Ende des Abends in glückliche Gesichter zu blicken.

Ein schöneres Geschenk kann ich mir nicht wünschen.
Ich freue mich so sehr auf all das, was noch kommen möge.

Danke für Alles und alles Gute für Euch.

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Samantha, Doug, Flo, CVD, Carmel, Ferdi, Arlissa, Tricia, Chaz

 

Photos: Oliver Wand