NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Liebe Freunde,

ich hoffe, es geht Euch gut.

Normalerweise halte ich mich an dieser Stelle mit dem Kommentieren aktueller Ereignisse zurück. Es soll hier ja schließlich um Musik und die schönen Dinge des Lebens gehen.

Aber das, was wir zur Zeit gemeinsam mit der ganzen Welt erleben, ist anders. Sehr anders. Das unheimliche Drehbuch einer bizarren „Akte X” Folge. Mit dem Unterschied, dass wir nicht wissen, wann der Abspann kommt.

Wir sind verunsichert und können diese Situation nicht einschätzen und nur sehr schwer verstehen. Wie sollten wir auch?

Es ist, als ob wir alle zum ersten Mal auf dem offenen Meer schwimmen, ohne es jemals zuvor geübt zu haben.

Wir sind gemeinsam auf uns allein gestellt.

Wie sollen wir reagieren? Mit Angst? Mit Gelassenheit? Ab wann wird angemessene Angst zur puren Panik? Wann wird aus gelernter Gelassenheit eine gefährliche Gleichgültigkeit? Fragen, mit denen wir uns im Leben am liebsten gar nicht erst beschäftigen wollen.

Aber das Leben lässt uns keine Wahl. Diesmal nicht.

Da sitzt er nun, der ungebetene Gast. Auf einigen Bildern leuchtet er giftgrün, auf anderen glüht er feuerrot. Für uns unsichtbar nimmt er den ganzen Raum ein, hat den Planeten fest im Griff. Er stellt unser Leben auf den Kopf. Er diktiert uns seinen exponentiellen Algorithmus und bringt unser liebgewonnenes Leben mit perfider Konsequenz aus dem Takt.

Was sollen wir tun? Mit Höflichkeit kommen wir nicht weiter. Auf „unfriend” drücken? Funktioniert nicht. Einfach den Hörer auflegen? Sinnlos. Hoffen, dass wir morgen früh aufwachen und alles vorüber ist? Zu schön, um wahr zu sein.

Nur mit vereinter Kraft und kompromissloser Bestimmtheit können wir diesen ungebetenen Gast hinauskomplimentieren. Nicht höflich, dafür umso bestimmter.

Was wir tun können, wissen wir: Abstand zu anderen Menschen halten, regelmäßig die Hände waschen (meine sehen schon aus wie die eines Amphibienwesens) und natürlich einen halbwegs gesunden Lebensstil aufrechterhalten. Alles andere könnt Ihr nachlesen. Das Internet ist ja mittlerweile voll davon.

Je schneller und konsequenter wir jetzt handeln, desto eher können wir wieder daran denken, uns dem Leben zu widmen, welches uns schon jetzt Lichtjahre entfernt erscheint. Das Leben, von dem wir schon jetzt wehmütig träumen. Desto eher können wir wieder die unbeschwerte Freiheit genießen, die wir erst dann vermissen, wenn sie uns wie Treibsand unter den Füßen zerrinnt.

Bisher habe ich mit voller Kraft nach dem Credo „Angst ist ein schlechter Ratgeber” gelebt. Auch das ist jetzt anders.

Ja, ich habe Angst. Angst auf Zeit. Nicht immer gleich viel. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und so überraschend das klingen mag: Es fühlt sich richtig an. Denn eine gewisse Portion Angst kann uns und unsere Mitmenschen beschützen, kann Leben retten. Sie kann uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, deren Notwendigkeit wir uns noch vor ein paar Wochen auch mit zehn Staffeln „Akte X” und viel Phantasie nicht hätten ausmalen können.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen die Kraft und den Mut, Euren Weg durch diese merkwürdige, fremde Zeit zu finden. Sie wird vergehen. Packen wir es an. Jetzt.

Gemeinsam sind wir stark.
Nur gemeinsam sind wir stark.

In der zuversichtlichen Hoffnung, dass wir uns bald gesund, unbeschwert und voller Tatendrang wiedersehen können, verbleibe ich

Euer
Christopher

PS:
Alle Menschen, die uns mit dem Nötigsten versorgen, die heilen und pflegen, die Waren im Großen wie im Kleinen transportieren und den aktuellen Zustand unseres Daseins aufrechterhalten, verdienen unendliche Dankbarkeit und unendlichen Respekt. Eigentlich verdienen sie viel mehr als das. Aber das ist alles, was wir im Moment haben.